Knapp ein Drittel aller Arzneimittelabgaben in Thüringen sind besonders beratungsintensiv

Darauf weist der Thüringer Apothekerverband e.V. in seiner Pressemitteilung vom 19.08.2016 hin:

„Es kommt bei Medikamenten nicht nur auf den Wirkstoff, sondern auch auf die Darreichungsform an. Die richtige Anwendung verschiedener Darreichungsformen ist erklärungsbedürftig.

Im Jahr 2015 gaben die Apotheken in Thüringen rund 6,15 Mio. Arzneimittel ab, die – unabhängig vom Wirkstoff – allein wegen ihrer Darreichungsform besonders beratungsintensiv waren. Das betraf 31% der insgesamt fast 20 Mio. abgegebenen Arzneimittelpackungen. Dies ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit anonymisierten Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nicht erfasst wurde die Abgabe von nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln und an Privatversicherte.

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… Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Darreichungsformen, die ohne spezielle Rücksprache nicht geteilt werden dürfen (fast 48% der Packungen). „Wir Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen“, erklärt Stefan Fink, Vorstandsvorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes e. V. .

Grundsätzlich gilt: Tabletten dürfen immer nur dann geteilt werden, wenn es in der Fachinformation, zum Teil auch im Beipackzettel angegeben ist. Ansonsten sollte nicht geteilt werden. „So kann beispielsweise in einer Tablettenhälfte mehr Wirkstoff enthalten sein als in der anderen. Eine Kerbe allein sagt nichts über die Teilbarkeit aus, es kann sich um eine Schluckhilfe oder eine Kerbe zur Identifikation handeln“, erläutert der Apotheker. Einige Tabletten sollen den Wirkstoff verzögert oder erst im Dünndarm freisetzen. Risiken, die durch Zerstörung des besonderen Aufbaus einer Tablette auftreten, reichen von Unwirksamkeit bis zu lebensbedrohlichen Zuständen.

Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (1,1 Mio. Packungen) und Medikamente zur Inhalation (1/2 Mio. Packungen).“

22. August 2016 von E. Dittgen
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